Interview with Panic At The Disco - German version

Interview originally appeared in the PLEASURE SNOW MAG . Issue 72 . Interviewer: Arabella Bartsch

Panic At The Disco - But Its Better If You Do - Live

Punk76:Bitte stellt Euch unseren Lesern vor:
Spencer:Mein Name ist Spencer Smith und ich spiele Schlagzeug bei Panic At The Disco. Brendon:Ich heiße Brendon Urie und ich singe in Panic At The Disco.

Punk76:Im Internet ist nachzulesen, dass ihr als Blink-182 Coverband begonnen habt.
Spencer:Wir waren keine wirkliche Coverband, sondern wir haben lediglich einige Lieder unserer Lieblingsbands nachgespielt. Brendon:Insbesondere die Songs von Blink waren sehr einfach nachzuspielen.

Punk76:Bitte beschreibt den Schritt von einer kleinen Band zu einer der maßgeblichsten Band des alternativen Rock Genres.
Spencer:Ich kann mich noch erinnern, als ich mir mit 12 Jahren mein erstes Schlagzeug wünschte. Mein Highschool Freund Ryan wünschte sich zu dieser Zeit seine erste Gitarre. Irgendwann begannen wir die ersten Songs nachzuspielen. Da wir noch Unterstützung benötigten, sprachen wir Brendon und Brent an. Brendon spielte zunächst Gitarre, während Ryan sang. Als Brendon dann den Gesang übernahm, wurde uns allen klar, dass er viel besser als Sänger geeignet sei. Als wir dann unsere ersten Demotapes einspielten und einen Plattenvertrag erhielten, ging alles ziemlich schnell. Der Rest ist Geschichte: Van kaufen, durchs Land fahren und soviel touren, wie möglich. Als dann unsere ersten Videos auf MTV gespielt wurden ging alles Schritt auf Schritt: Headlinertours, Interviews in großen Magazinen, Majorlabelvertrag.

Punk76:Ihr stammt aus Las Vegas. Da ist es nahe liegend zu fragen, ob Las Vegas über eine ausgeprägte Rock Szene verfügt.
Brendon:Das ist inzwischen relativ schlecht zu beurteilen, da wir solange auf Tour waren und so viele Songs geschrieben haben. Ich kann mich aber noch deutlich daran erinnern, dass die Szene wenig interessante Bands hervorbrachte, als wir 2005 vor unserem ersten Plattenvertrag standen.

Punk76:Brendon, Dein Gesang erinnert stark an Patrick Strump, dem Sänger von Fall Out Boy; zumindest gilt das für das erste Album „A Feaver Can´t Sweat Out“. Hast Du solche Vergleiche bereits schon ein Mal im Vorfeld vernommen?
Brendon:(Lacht) Ja, das habe ich schon sehr oft gehört. Aber ich weiß nicht genau, wie ich mich dazu äußern soll. Es ist schon erstaunlich – und schön -, dass die Leute solche Parallelen ziehen.

Punk76:Als Ihr damals begonnen habt Eure Songs auf Myspace einzustellen, zeigten sehr viele Menschen Interesse an Eurer Musik. Bitte stellt einige Stationen Eurer Karriere dar. Und wie kam es, das Pete Wentz von Fall Out Boy auf Euch aufmerksam wurde und Euch letztendlich unter Vertrag genommen hat?
Spencer:Wir waren bereits damals schon mit Pete befreundet. Als wir unsere Songs auf Myspace einstellten, gaben wir ihm den Link, damit er sich einen Eindruck von unserer Musik machen konnte. Er mochte unsere Lieder sehr und kam dann nach Las Vegas um uns unter Vertrag zu nehmen.

Punk76:Wie kam der Wechsel vom kleinen Indie Label „Decaydance“ & Fueled By Ramen Records zum Plattenriesen Warner zu Stande?
Brendon:Wir haben diesen Schritt selbst nicht erahnen können. Nach 2,2 Millionen verkauften Exemplaren wurde uns klar, dass uns fortan ein Major betreuen muss, da ein Indielabel nicht mehr die Kraft und die nötigen Mittel hatte, uns weiter voranzubringen. Wir wurden schlichtweg zu groß für ein Indie Label. Pete stimmte der Entscheidung sofort zu und gab uns die Möglichkeit zu Warner zu wechseln.

Punk76:Welche Möglichkeiten eröffnet Warner Records Euch im Gegensatz zu Decaydance?
Spencer:Wir haben nun die Möglichkeit alle unsere kreativen Ideen zu verwirklichen. Während wir auf dem letzten Album noch mit Verzerrern und Synthesizern gearbeitet haben – und somit ein breites Pop-Punk-Genre bedient haben - konnten wir nun unser ganzes Potential sammeln und auf dem neuen Album „Pretty Odd“ vereinigen. Auf dem neuen Album sind etwaige Einflüsse von The Beatles und Tears For Fears nicht von der Hand zu weisen.

Punk76:2006 habt ihr den MTV Musik Award für das beste Video gewonnen. Eure Videos sind immer ziemlich merkwürdig oder gar mystisch. Was macht Eure Videos so interessant und was muss es beinhalten, damit Ihr damit zufrieden seid?
Brendon:Wir wollten immer schon interessante und ansprechende Videos kreieren, mit denen wir uns von der breiten Masse abheben konnten. Wir wollten einfach mehr sein darstellen, als eine Band, die in einem Warenhaus spielt. Alle neuen Videos zeigen Bands, die in Warenhäusern oder umgeben von Feuer spielen. Spencer:Wir verfolgten nie eine spezielle Route oder Agenda nach deren Punkten wir ein Video kreierten. Stattdessen versuchten wir – in Absprache mit dem Cut-Director - ansprechende Videos zu erstellen, die nach und nach besser wurden. Ich bin mehr als zufrieden mit unserem neuen Video zum neuen Album.

Punk76:Worin liegen die Unterschiede zwischen dem neuen und dem alten Album?
Brendon:Bevor wir „A Feaver You Can´t Sweat Out” veröffentlichten waren wir sehr darum bemüht, das Album schnellstmöglich zusammen zu stellen und aufzunehmen. Zum damaligen Zeitpunkt wurden wir noch hauptsächlich durch Punkbands beeinflusst. Unsere Produktion nahmen wir auf Band auf, was eine Menge Bands heute nicht mehr tun. Auf dem neuen Album haben Live-Sequenzen dazwischen geschaltet, was sich unserer Meinung mehr nach einer authentischen Band anhört, im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Studioaufnahme.

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Punk76:Panic At The Disco hat einen wahren "Hype" ausgelöst. Innerhalb von nur zwei bis drei Jahren seid Ihr zu einer der erfolgreichsten Bands des Genres mutiert. Woran könnte das möglicherweise liegen?
Spencer:(lacht) Vielleicht liegt es einfach daran, weil wir super aussehen! Brendon:Ich kann nicht genau darlegen, weshalb die Fans mögen was wir so produzieren. Ich bin selbst erstaunt wie schnell sich alles in den letzten Jahren entwickelte. Ich meine wir schreiben einfach die Dinge nieder, die uns bewegen und plötzlich fühlen sich tausender Junge Menschen davon angesprochen. Beschreiben kann ich es nicht wirklich aber es scheint als haben wir einen sehr guten Zugang zum Puls der Zeit. Eigentlich verrückt, dass so viele Fans uns mögen. Zugegebenermaßen sind wir ja auch eine merkwürdige Band.

Punk76:Ihr habt die Fans gesehen, die draußen vor der Halle auf Euch warten oder gar mit Euch reisen. Was haltet ihr davon?
Brendon:Das ist schlichtweg beeindruckend! Spencer:Wir verdanken unseren Fans sehr viel und sind jedes Mal aufs Neue beeindruckt, wenn sich dermaßen viele Fans zusammenfinden, um unsere Konzerte mit zu verfolgen. Wir verdanken Euch da draußen wirklich viel!

Punk76:Erfolg ruft manchmal Neid herbei. Habt ihr beobachten können, dass sich Familienmitglieder oder Ex-Freundinnen meldeten, zu denen Jahrelang kein Kontakt mehr bestand?
Spencer:(lacht) Also in meinem Fall schon. Brendon:(lacht ebenfalls) Ich habe so was auch schon erlebt: Ein Cousin der 3. Generation kam vorbei und fragte, ob ich ihn noch kennen würde. Bislang haben aber alle nur nach Eintrittskarten für ein Konzert gefragt und nicht etwa nach anderen Dingen.

Punk76:2006 habt ihr zuletzt in Deutschland gespielt. Danach hat sich Euer Bassspieler Brent Wilson verabschiedet. Weshalb?
Spencer:Ihm wurde klar, dass PATD zu einer richtigen Berufung wurde, mit wenig Freizeit und anderen Unannehmlichkeiten. Da wir aber jemanden brauchten, der Panic als ebenso wichtig ansah wie wir, entschieden wir uns für Jon Walker, der im Übrigen einen großartigen Job macht.

Punk76:Erfolg ruft manchmal Neid herbei. Habt ihr beobachten können, dass sich Familienmitglieder oder Ex-Freundinnen meldeten, zu denen Jahrelang kein Kontakt mehr bestand?
Spencer:(lacht) Also in meinem Fall schon. Brendon:(lacht ebenfalls) Ich habe so was auch schon erlebt: Ein Cousin der 3. Generation kam vorbei und fragte, ob ich ihn noch kennen würde. Bislang haben aber alle nur nach Eintrittskarten für ein Konzert gefragt und nicht etwa nach anderen Dingen.

Punk76:In America habt ihr vor kurzem auf der Honda Civic Tour gespielt. Dort habt ihr sogar ein Hybrid Auto farblich ausgestalten dürfen. Der Wagen sah später wirklich super aus.
Spencer:Ja, wir haben das Auto bemalt. Anschließend hat Honda ca. einhundert Autoschlüssel verteilt. Ein Fan hatte das Glück, dass sein Schlüssel passte und gewann das Auto. Nun hat er die Gelegenheit unsere Shows mit dem neuen Wagen zu besuchen. Brendon:Die Honda Civic Tour war wirklich cool, weil wir mit dem Auto auch eine sehr positive Nachricht nach draußen trugen: Geht vorsichtig mit unserer Umwelt um! Witzigerweise haben wir ebenfalls einige Hybrid Autos für die Tour erhalten und konnten sie mal auf dem Gelände testen. Aber einen Führerschein haben wir nicht (lacht).

Punk76:Ihr seid bekannt für witzige und romantische Texte. Könntet Ihr Euch auch vorstellen über Politik oder Umwelt zu singen?
Brendon:Kann ich jetzt noch nicht sagen. Zum jetzigen Zeitpunk definitiv nicht, da wir sonst nicht mehr dieselbe Band wären. Ich meine es ist schon sehr wichtig einen Beitrag zur Umwelt zu leisten aber ich glaube wir halten nicht den Schlüssel der Weisheit in der Hand, mit dem wir grundlegende Probleme lösen könnten. Spencer:Meiner Ansicht müssten sich bedeutendere Leute für eine solch wichtige Problematik einsetzen als Musiker oder Stars.

Punk76:Dieses Interview wird im Pleasure Snowboard Magazin erscheinen. Was haltet ihr davon?
Brendon:Wow! Ich selbst bin noch nie Snowboard gefahren. Aber ich gehe – wenn es die Zeit zulässt – surfen. Und Surfen macht Mega-Spaß! Wenn wir eine Auszeit zwischen den Touren haben, gehe ich auch Skateboarden. Es ist und bleibt einfach ein cooler Sport.

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Panic At The Disco - I Write Sins, Not Tragedies