Interview with Eva and Jonas from Juli
band: Juli . interviewer: Pascal Biermann & Tobias Geiser . 7/27/2007 . Moenchengladbach Hockey Park
Eva Briegel of Juli feat. Chris Carraba of Dashboard Confessional
Punk76: Pascal: Wie läuft eure Open-Air Tour 2007 bisher?
Eva: Es macht bis jetzt wirklich sehr viel Spaß. Es ist so, dass wir jetzt in der Woche vier Konzerte spielen und den Rest der Zeit zu Hause verbringen.
Diese Aufteilung finde ich sehr gut, weil man in dieser Zeit, relaxen und sich um seine Freunde und Familie kümmern kann. Vorletzte Woche waren wir auf zwei Festivals in der Schweiz, mit „Queens of the Stoneage“ und „The Killers“. Diese Bands hören und gucken wir uns dann natürlich auch selber gerne an und stehen ehrfürchtig vor ihnen.
Punk76: Was findet ihr besser? Open-Air, Hallen oder Festivals? Jonas:Fünf Mitglieder, fünf Meinungen. Eva:Am geilsten finde ich immer Clubs. Jedoch ist das immer etwas schwierig, weil wir soviel Equipment mitnehmen müssen. Aber wir haben es im Ausland gemacht, in Österreich. Da haben wir eine kleine Tour gespielt, in Clubs in denen ungefähr 500 bis 1000 Leute reinpassen. Das ist was ganz Tolles. Open Airs sind natürlich auch schon eine super Kulisse, aber für mich, die immer mit dem Publikum Kontakt schließen möchte, ist es halt schwierig, weil die halt so super weit weg sind. Da springt der Funke schwerer über. Das ist so, wie: „Wir stehen jetzt hier oben und ihr guckt uns jetzt alle zu.“ Es ist schön aber etwas unpersönlich. Aber ich spiel total gerne unter freiem Himmel. Man kann zwar die Leute jetzt nicht so zu dröhnen, wie in einem Club, aber die frische Luft tut gut.
Punk76: Wenn man schon so einen großen Erfolg hatte, mit dem ersten Album, wie geht ihr dann beim produzieren mit dem zweiten Album um? Steht ihr unter Druck, oder denkt ihr euch, wir machen unser Ding, egal was von uns erwartet wird? Eva:Ja, wir haben es versucht, so zu sehen. In wie weit uns das geglückt ist, kann ich selber schlecht einschätzen. Wir haben versucht uns von diesen unterbewussten Erwartungen frei zu machen und haben nicht darüber nachgedacht, was das erste Album für einen Erfolg gebracht hat und wie man daran anknüpfen könnte. Wir haben versucht uns musikalisch weiter zu entwickeln, textlich weiter zu kommen z.B. diese Meer - Sterne und Dings-Bums Bilder, Naturbilder wegzulassen, weil wir davon jetzt genug hatte. Da gibt es auch genug andere deutsche Bands, die das gerne benutzen und darum wollten wir auch nicht mehr darauf rum reiten was halt schwierig ist, dass Journalisten gerne mal den Vergleich ziehen und fragen: „ Ja Silbermond spielen aber vor 8000 Leuten, ärgert euch das nicht? „ JA, bis gerade nicht!“ Jonas:Das schöne am zweiten Album war, dass wir uns sehr viel Zeit gelassen haben. Wir haben lange aufgenommen und versucht den Zustand herzustellen, der herrschte als wir das erste Album produziert haben. Wir haben kein Fernsehen mehr geguckt, keine Zeitschriften gelesen uns von der Außenwelt abgeschottet, um in einer „Blase“ zu sein, mit unserem Produzenten Olaf Opal. Aus diesem Grund haben wir uns völlig frei gefühlt beim produzieren. Doch an dem Tag, als das Album gemischt war und es ein paar Leute gehört hatten, ab dem Zeitpunkt waren wir zurück in der Welt und standen auch sofort unter Druck. Aber beim Schreiben und Produzieren haben wir es gut hinbekommen, dem Druck von uns fernzuhalten.
Punk76: Habt ihr denn eigentlich gedacht, dass euer zweites Album auch so ein riesiger Erfolg wird? Eva:Wir waren im Studio, bevor „Wir sind Helden“ da waren und waren schon in der Phase, in der die Platte gepresst und unser Cover designt wurde. Wir haben gedacht, dass es klappen könnte, denn so was wie uns gab es nicht. Aber dann kam das Lied „Müssen nur wollen“ von „Wir sind Helden“ auf den Markt und ich hab nur gedacht: „Scheiße! Das klingt ja genau wie wir. Das darf nicht wahr sein!“ Danach habe ich dann noch Demoaufnahmen von „Silbermond“ gehört und die hatten auch eine Sängerin und deutsche Texte. Ab dem Moment war ich mir unsicher darüber, ob unsere Platte überhaupt jemand kaufen wird, weil alle sagen würden, dass wir eine nachgemachte Band sind. Ich dachte mir, wir machen jetzt mal ein Album, hoffte, dass es dann etwas los geht, danach ein Zweites, dann mal auf Tour gehen und eine EP raus bringen und noch mal auf Tour gehen usw. Habe mir das vorgestellt, wie bei der Band „Sportfreunde Stiller“, die einfach spielen, spielen, spielen und spielen. Doch, dass wir so durch die Decke schießen, hatte natürlich niemand mit gerechnet. Das war absolut unrealistisch und das ist es auch heute noch für uns. Es geht ja immer weiter, denn jetzt haben wir schon zweimal Platin für das neue Album.
Punk76: Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr mit der Band „Dashboard Confessional“ eine Single aufgenommen habt? Das Lied „Stolen“ gab es in Amerka ja schon viel früher, ebenso das Album von „Dashboard Confessional“? Eva:Echt geil wie gut ihr informiert seit! Wirklich, das ist total geil. Die meisten fragen einfach nur: „Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Dashboard Confessional? Wer ist das überhaupt? Habt ihr das Lied geschrieben? Jonas:2004 rief unsere Managerin Mia an und sagte uns, dass eine Anfrage über Interscope vorliegt von „Dashboard Confessional“. Sie würden gerne wissen wollen, ob wir Lust hätten ein Lied mit ihnen zu machen. Eva:Ich habe gedacht, dass wäre ein Witz! Das hat sich sicher wieder irgendeiner in der Plattenfirma ausgedacht. Jonas:Oder wir dachten, dass Mia es verpeilt hat und da etwas falsch verstanden hat. Wir waren noch im Studio und haben zwei, drei Songs von seinem aktuellen Album zugeschickt bekommen, bei denen er sich vorstellen konnte, die mit uns noch mal zusammen aufzunehmen. Wir haben dann eine total umständliche Telefonkonferrenz nach Amerika gemacht, bei der 30 Manager beteiligt waren. Chris Carrabba war aber tatsächlich am Telefon und erzählte das die Idee, ein Duett mit einer Band aus Europa zu machen. Ihm wurden vorher fast alle deutschen musikalischen Sachen geschickt, mit weiblichem Gesang. Er fand Evas Stimme total super und hat uns auch nachher noch verraten, dass er sich total in diese Stimme verliebt hätte. Wir waren ja im Studio und dann haben wir ihm den Song geschickt. Am letzten Tag, an dem wir im Studio waren, hat Eva dánn mit unserem Engineer eine Kiste Aldi Champagner getrunken. Danach hat Eva den Song einfach mal aufgenommen und es dann zurückgeschickt. Wir haben ewig nichts gehört und plötzlich kam wieder ein Anruf. Chris meinte er fände es total geil und sie hätten es auch schon gemischt und wir sollen es uns einfach mal anhören und kommt dch nach Amerika, damit wir das Video drehen können. Dann sind wir nach Los Angeles geflogen ein Jahr später. Wir haben uns dann mit Chris Carrabba getroffen und er ist ein total netter, straighter, kein bisschen abgehobener Mensch. Es hat zwischen uns allen sofort funktioniert. Dann haben wir bei der Campus Invasion von MTV in Marburg diesen Song spielen sollten. Daraufhin ist er dann nach Gießen gekommen und stand mit seinen acht Leuten, die er noch mitgebracht hatte, in unserem 15 qm Proberaum. Wir sind für amerikanische Verhältnisse jetzt mit Chris Carrabba befreundet.
Punk76: Habt ihr denn Lust weiterhin mit amerikanischen oder englischen Künstlern zu arbeiten? Jonas:Das war einfach nur weil wir Fans von der Band sind und ziemlich einmalig. Für uns war das auch eine Abwechslung, noch mal englischsprachig zu singen. Früher haben wir ja nur englischsprachige Songs gesungen
Punk76: Wie seit ihr eigentlich dazu gekommen, Musik zu machen? Eva:Ich war immer Musikerin. Meine Eltern waren zwar sehr unmusikalisch, hatten z.B. auch nur drei Schallplatten, kein Instrument. Ich sollte eigentlich mehr Sport, als Musik, machen. Habe dann aber von meiner Tante eine Blockflöte geschenkt bekommen und bei meinen Nachbarn immer auf dem Klavier gespielt. Habe dann aus dem Radio Gehörtes nachgespielt. Im Kirchenchor habe ich dann angefangen zu singen und für mich ist Musik eine Leidenschaft. Das ist es, was ich auch ein Leben lang machen möchte. Als erstes habe ich ständig gedacht, dass ich nicht singen könnte und wollte dann Trompeter werden, weil ich früher immer so gut auf dem Gartenschlauch geblasen habe.
Juli - Geile Zeit
Punk76: Könnt ihr in ein paar Sätzen eure Bandgeschichte erzählen? Wart ihr schon immer gute Freunde? Eva:In dieser Besetzung spielen wir seit Ende 2000, Anfang 2001, jedoch besteht die Band an sich schon viel länger. Angefangen hat „Simon“, der andere Gitarrist und „Dedi“, unser Basser, mit 14 Jahren in einer Schülerband. Ich spielte ebenfalls in einer Schülerband. Wir haben untereinander dann immer fusioniert. Ursprünglich hatten wir eine englischsprachige Band mit dem Namen „Sunnyglade“ und als dann die Umstrukturierung war und wir alle zusammen gekommen sind, haben wir Anfang 2001 beschlossen uns umzubenennen in „Juli“ und auf deutsch Musik zu machen.
Punk76: Warum heißt ihr denn jetzt eigentlich JULI? Man bekommt so viele Antwortmöglichkeiten in den Medien? Jonas:Wir haben vier fünf Varianten, die wir gerne erzählen. Die Wahrheit, die wir euch erzählen, ist die Variante mit TEX und die stimmt auch eigentlich wirklich. Wir haben Anfang 2001 mit einem Produzenten gearbeitet und dabei waren noch zwei andere Bands unter anderem auch die Band „TEX“, die seitdem auch mit uns befreundet ist. Vorher haben wir nie darüber nachgedacht, auf deutsch zu singen, aber nachdem wir öfter mit TEX auf Tour waren haben wir festgestellt, wie geil das sein kann auf deutschzu singen. Sie waren für uns ein Vorbild. Eva: Es gab ein Lied, dass hieß „Juli hat die Nase voll“ (von der Band TEX). Im Refrain hieß es: „Juli hat die Nase voll bis oben und kann die Lügen nicht mehr hören.“ Das war so eine Zeit, in der wir uns auch so gefühlt haben, auch ich persönlich. Und da ich den Namen Juli schon als Kind so geil fand, haben wir uns schließlich für diesen Namen entschieden.
Punk76: Warum heißt ihr denn jetzt eigentlich JULI? Man bekommt so viele Antwortmöglichkeiten in den Medien? Jonas:Wir haben vier fünf Varianten, die wir gerne erzählen. Die Wahrheit, die wir euch erzählen, ist die Variante mit TEX und die stimmt auch eigentlich wirklich. Wir haben Anfang 2001 mit einem Produzenten gearbeitet und dabei waren noch zwei andere Bands unter anderem auch die Band „TEX“, die seitdem auch mit uns befreundet ist. Vorher haben wir nie darüber nachgedacht, auf deutsch zu singen, aber nachdem wir öfter mit TEX auf Tour waren haben wir festgestellt, wie geil das sein kann auf deutschzu singen. Sie waren für uns ein Vorbild. Eva: Es gab ein Lied, dass hieß „Juli hat die Nase voll“ (von der Band TEX). Im Refrain hieß es: „Juli hat die Nase voll bis oben und kann die Lügen nicht mehr hören.“ Das war so eine Zeit, in der wir uns auch so gefühlt haben, auch ich persönlich. Und da ich den Namen Juli schon als Kind so geil fand, haben wir uns schließlich für diesen Namen entschieden.
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