Interview mit Alex Gaskarth von All Time Low in Frankfurt am Main [Batschkapp]
All Time Low . Interviewer: Oliver Marx . Frankfurt am Main (Germany) . 2011 . label: Universal
Interview with All Time Low - Frankfurt - 2011
Punk76: Ihr habt euch nach einer Passage aus einem Song "Head Over Collision" aus dem Album "Stickes And Stones" von New Found Glory benannt.
Alex: Das stimmt. Wir sind alle mit Pop Punk aufgewachsen und New Found Glory stand damals an erster Stelle.
Punk76: Ihr veröffentlicht seit eurer Gründung auf Hopeless Records. Wie kam es, das ihr euch als Pop-Punk-Band für das kleine Label aus Los Angeles entschieden habt, welches in der Vergangenheit Veröffentlichungen von harten Punkrock Bands, wie 88 Fingers Loui, The Bollweevils oder Against All Authority auf den Markt gebracht hat?
Alex: Als wir 17 oder 18 Jahre alt waren und unser Senior Year absolviert haben, wollten wir einen Plattendeal erhalten. Hopeless Records war uns auf Grund seiner Bandgeschichte natürlich ein Begriff und wir wollten beweisen, dass wir „tough“ genug sind, den Sprung auf ein solches Punkrocklabel zu schaffen.
Punk76: Aber ihr klingt so völlig anders, im Gegensatz zu den hart shreddenden 90’s Melodic Punkrock Bands
Alex: Ja, aber wir wollten dem Label etwas Einzigartiges vorstellen und erhielten auch schnell einen Plattenvertrag.
Punk76: Weshalb habt ihr Hopeless Records vertraut, dass sie euch unterstützen können?
Alex: Dort arbeiteten sehr wenige Leute, zu denen man persönlichen Kontakt aufbauen konnte. Insgesamt arbeiten dort heute circa 11 Leute, was für ein Independentlabel im Gegensatz zu einem Major überhaupt keine Anzahl darstellt. Wenige Leute zu kennen und zu wissen, dass sie mit Herz die Band unterstützen, gab uns Jahrelang das Gefühl auf dem richtigen Label zu veröffentlichen.
Punk76: Alex, du bist jetzt 23 Jahre alt und du hast deinen ersten Plattenvertrag mit einem Majorlabel in der Tasche. In den Staaten wird eure neue CD über Interscope veröffentlicht, in Deutschland hingegen über Universal. Worin liegen für dich Vor- und Nachteile das Album auf einem Major zu veröffentlichen? Und warum habt ihr euch dafür entschieden Hopeless Records zu verlassen?
Alex: Zunächst haben wir uns musikalisch weiterentwickelt und wollen das Album einer breiteren Masse zugänglich machen. Interscope erschien uns als geeignete Möglichkeit das Album Landes-, bzw. weltweit zu promoten. Inzwischen touren wir in Australien und an weit abgelegenen Plätzen, wie Hawaii, wo die Leute unsere Musik kennen. Der Nachteil eines Majors ist, dass viel mehr Leute dort arbeiten, die weniger Herz und Fokus in deine Musik legen. Du bist eine Band von vielen und entweder schaffst du es Leute mit deiner Musik anzusprechen oder du schaffst es nicht und musst das Label verlassen. Bei Interscope hatten wir den Eindruck, dass man unsere Musik nach außen tragen möchte und nicht etwa eine Pop Punk Boy Band verkaufen möchte, die in Teenagermagazinen abgedruckt wird.
Hopeless Records zu verlassen war ein Schritt, der notwendig wurde, denn das kleine Independentlabel hat uns nach besten Kräften unterstützt. Inzwischen füllen wir große Hallen und renommierte Magazine führen Interviews mit uns. Die Zeit wurde reif, für ein Label das uns noch weiter voran bringen kann
Punk76: Als junger Mensch muss es doch fantastisch sein, die Welt zu erkunden und an verschiedensten Orten zu spielen.
Alex: Ich liebe es! Es ist wahnsinnig zu wissen, dass wir in einigen Wochen schonwieder in Australien zu Gast sein dürfen. Für uns ist es die Erfüllung unseres Lebens.
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